Montag, 16. Februar 2015

Die tote Stadt, 13. Februar 2015, Oper Graz

Die tote Stadt ist eine tolle und wunderbare Oper. Die Inszenierung sehr interessant und spannend. Dieses psychologische Drama ist gut aufbereitet. Es wird mit vielen Figuren und Spiegelungen gearbeitet.
Das Orchester hat wunderbar gespielt, die Sänger auch großartig, bis auf den Tenor, der eigentlich eher Barock und Mozart singt, daher etwas überfordert war. Leider auch falsche Töne dabei.
Der Rest wirklich gut, vor allem die Marie/Marietta.

Freitag, 13. Februar 2015

Führung im Phonomuseum, 12. Februar 2015

Wir hatten gestern eine Führung im Phonomuseum in Wien 6. Eine tolle Sammlung an alten und auch neueren Geräten, angefangen von Orchestrions, Phongraphen der ersten Stunde über Plattenspieler, Radios zu Tonbandgeräten und Fernsehern. Zwei sehr kompetente Führer, die uns diese Objekte wirklich näher gebracht haben, und auch vorgeführt haben, inklusive eine Liveaufnahme auf eine Wachswalze!
Wirklich empfehlenswert








Mittwoch, 11. Februar 2015

Liederabend Robert Holl/Oleg Maisenberg, Die Winterreise, 10. Februar 2015, Ehrbarsaal

Ein Weltklasseabend!


Robert Holl und Oleg Maisenberg "at her best".


Die Beiden haben zwar ein bisserl gebraucht um in die Gänge zu kommen, aber dann war es ein ungeheuer berührendes Drama. Oleg Maisenberg spielte so subtil und mit feinstem Anschlag, differentierteste Klangfarben, ich komme richtig ins Schwärmen. Robert Holls tiefer Bass machte aus dem eh schon deprimierenden Zyklus einen noch Schwärzeren. Hoffnung gab es nie, nur Verzweiflung und Todessehnsucht. Er sang extrem wortdeutlich und eher manieristisch.




Ausverkaufter Ehrbarsaal




Der Ehrbarsaal ist nicht mehr ganz so furchtbar, aber mit dem Licht sollten sie etwas machen, die Garderobensituation ist auch nicht berauschend, Pausenraum gibt es gar keinen

Dienstag, 10. Februar 2015

Das Konzert (Hermann Bahr), 9. Februar 2015, Akademietheater

Eine herrliche Gesellschaftskomödie wunderbar in Szene gesetzt. Dieses Stück ist ein Gustostückerl für Schauspieler und sie nützen dies auch weidlich aus. Allen voran Peter Simonischek  als Gustav Heink, er spielt diesen alternden Pianisten mit viel Spaß und macht sich offensichtlich auch über sich selber lustig. Dazu noch Florian Teichtmeister  als Dr. Jura, eine großartige Charakterstudie eines Manipulanten. Regina Fritsch kann vor allem im ersten Akt punkten, da ist sie großartig, wie sie Dr. Jura um den Finger wickelt. Man hat da den Eindruck, dass sie ihm immer einen Schritt voraus ist; im zweiten nimmt man es ihr nicht wirklich ab, wie auch sie manipuliert. Ich hatte den Eindruck, dass sie sich da ein bisserl zurücknimmt. Die Delfine der Stefanie Dvorak ist im Gegensatz zu den anderen viel zu dümmlich und künstlich, ein echtes Ganserl halt. Dies passt aber nicht so wirklich in diese Inszenierung. Die Hüttenleut' sind komisch, die "Hexen" (Schülerinnen) unterhaltsam aufgeregt.
Das Bühnenbild aus Karton ist originell und funktionell. Es lässt den Protagonisten ausreichend Raum. Die Inszenierung sehr ordentlich, wie es sich gehört für ein Schauspielerstück.
Ein wunderbar unterhaltsamer Abend!

Donnerstag, 5. Februar 2015

Das Käthchen von Heilbronn, 4. Februar 2015, Burgtheater

Ein anderes Käthchen als im Sommer, ernsthafter, nicht so lustig, es sind aber auch keine Freiluftspiele.
Ein konzentrierte Fassung, sehr gute Schauspieler aber eine eher fade Inszenierung. Es erschließt sich nicht, warum Pölster auf die Bühne fallen, die Cocktail machende Zofe u.ä.
Das Femegericht sehr schön, der Schluss eher komisch kurz, als ob sie eine furchtbare Zukunft vor sich hätten
Es hat gefallen, aber nicht mitgerissen.


Die Galerie war eigentlich gähnend leer, (max. 40 Personen) und so schlecht ist das Stück und auch die Aufführung nicht.

Freitag, 30. Januar 2015

Simon Boccanegra, 29. Jänner 2015, Staatsoper

Die beiden Stars des Abends waren Leo Nucci und Ferruccio Furlanetto, die beiden Duette waren die wahren Höhepunkte des Abend. Furlanetto ist ein dominanter Bösewicht und beherrscht alles, was die Rolle verlangt. Leo Nucci muss leider manchmal seinem Alter Tribut zollen (z.B. Lautstärke), ist aber immer noch ein differenzierter Gestalter und nicht so der machtvolle Herrscher, denn einer mit viel Gefühl. Marco Caria ist ein wunderbarer Intrigant Bösewicht Paolo, herrliches Material, darstellerisch sehr gut. Leider fallen dagegen sowohl  Barbara Frittoli und Stefano Secco ab. Frittoli singt jeweils zu Aktbeginn ein bisserl zu tief, in der Höhe ist schon viel Vibrato, Secco ist einfach fad. Viel Unterstützung bekommen sie vom Dirigenten Philippe Auguin nicht, kein sehr spannendes Dirigat, solide, aber nicht mehr.
Die Chargen wieder ausgezeichnet.

Donnerstag, 29. Januar 2015

Pique Dame, 28. Jänner 2015, Staatsoper

Pique Dame gefällt mir außerordentlich gut, eigentlich besser als Eugen Onegin. Die Aufführung gestern war ausgesprochen schön, angefangen vom Dirigat. Marko Letonja bot Spannung von Anfang an (vor allem verglichen mit Simone Young am Vortag). Souverän begleitete er die Sänger, die alle tadellos sangen und spielten. Aleksandrs Antonenko war auch spielerisch ein wunderbarer Herrmann mit sehr schönen Höhen, bei der Lisa von Barbara Haveman beeindruckte vor allem die Tiefe. Elena Maximova passt hier viel besser, das slawische Fach liegt ihr offenbar mehr. Tomas Tomasson als Tomski sang die Erzählung im ersten Akt unglaublich spannend, Markus Eiche ist ein wundervoller Fürst Jeletzki, er bekommt als einziger Applaus nach seiner Arie. Der Rest sehr gut!
Langer Applaus